Campen im Schwarzwald

Campen im Schwarzwald

Ich glaube jeder der gerne draußen ist und Outdoor – Aktivitäten nachgeht hat schon mal davon geträumt mitten in der Natur zu campen. Leider ist es in Deutschland nicht ohne weiteres möglich einfach sein Zelt zu schnappen und im Hinterland, in völliger Abgeschiedenheit zu übernachten, denn in Deutschland herrscht Wildcamping-Verbot.

Der Nationalpark Schwarzwald bietet jedoch eine willkommene Alternative für alle jene, die gerne trotzdem – und ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen – einmal in der Wildnis campen möchten. In Abstimmung mit verschiedenen Instanzen richteten die Verantwortlichen des Nationalparks Schwarzwald in und um den Park herum sechs Trekkingcamps in denen Naturburschen ( und natürlich auch Naturmädels ) voll auf Ihre Kosten kommen.

Unsere Wanderung beginnt vormittags in dem kleinen Ort Geroldsau. Ein schöner Wanderweg führt uns entlang eines Gebirgsbachs bis hin zu den Geroldsauer Wasserfällen, die nach einer guten halben Stunde bereits die erste Augenweide sind. Das finden allerdings auch viele andere, denn noch ist der Weg und der Platz rund um den Wasserfall durchaus belebt. Je weiter wir jedoch gehen, desto weniger Menschen sehen wir und es dauert nicht mehr lang bis wir komplett allein sind.

Anhand einer Wanderkarte und den Informationen, die uns bei der Buchung des Abenteuers zur Verfügung gestellt wurden, schleppen wir uns mit ca. 15kg Marschgepäck auf den Berg hinauf. Nach vier weiteren Stunden sind wir an der vermeintlich richtigen Kreuzung angekommen und sollen der Wegbeschreibung nach einem naturnahen Weg, an einem Wasserspeicher vorbei und dann den nächsten Forstweg hinunter, folgen. Den Wasserspeicher finden wir sofort, stehen bald vor dem vermeintlichen Forstweg. Dieser erweist sich als falsch also drehen wir wieder um und folgen dem Weg weiter, an weiteren Wasserspeichern vorbei von denen keine Rede war, und finden zu guter Letzt das Camp Grimbach im Stadtwald Baden-Baden anhand der Koordinaten.

Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben machen wir uns mit den anderen vier Campbewohnern bekannt und machen uns auf zur Badischen Höhe von der man einen wunderbaren Ausblick über den nördlichen Schwarzwald hat. Mittlerweile haben wir gute 650 Höhenmeter unter uns gelassen. Doch bald siegt der Hunger und wir gehen zurück zum Camp und machen uns unser Essen bestehend aus Dosenravioli und abgepacktem Brot über dem Feuer, während wir uns mit den anderen Geschichten erzählen. Bald zwingt uns der Regen in unsere Zelte zurück und hält die ganze Nacht an, sodass ich am nächsten morgen aufstehe, bis zur nächsten Lichtung gehe und eine einzige graue Wand sehe. Zwecklos. Wir bauen alles zusammen und laufen den Berg wieder hinunter, sind jedoch bis auf die Unterhosen nass und beschließen, dass es keinen Sinn macht weiterzugehen. Wir brechen also die Tour ab, die uns noch zu einem weiteren Camp führen sollte.

Nichts desto trotz bietet der Schwarzwald hier eine wirkliche Alternative zum verbotenen Wildcamping. Die Wege führen durch wunderschöne Landschaften und lassen Naturliebhaberherzen höher schlagen. Auch die anderen Camper waren von diesem Konzept vollends überzeugt. Wir alle waren sehr enttäuscht vom jähen Ausgang sind jedoch jetzt schon darauf eingeschworen bei der nächsten Möglichkeit auch die restlichen fünf Camps zu erkunden.

Dieser Beitrag wurde von Robin Köhn verfasst.  Besuchen Sie doch auch seinen spannenden Blog bobintravels

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